Mercedes E-Klasse T-Modell – umfangreiches Facelift

Wer Mercedes sagt, muss auch E-Klasse sagen. Seit Generationen ist sie der Kern der marke, ihr Aushängeschild. Im Straßenbild sowieso, als Taxi, als Chauffers-Limousine oder als Dienstwagen gehobener Außendiensleister. Umso problematischer, dass die E-Klasse zuletzt optisch nur auf wenig Gegenliebe stieß. Ein ungewöhnlich umfangreiches Facelift zur Mitte der Lebenserwartung sollte nun Abhilfe schaffen.

Vorbei ist es mit dem kontroversen, eckigen Vieraugengesicht. Eine E-Klasse darf vor allem eines nicht sein: kontrovers. So verschwand auch der Schwung am hinteren Kotflügel, der an den urahn, den Ponton-Mercedes der 50er – und 60er – Jahre erinnern sollte. Sonst wurde das Heck wenig verändert.

Neu ist mit der Modellpflege auch der Einstiegsbenziner E200. Statt eines 1,8-Liter-Aggregats kommt nun eines mit zwei Litern Hubraum zum Einsatz, das bei gleicher Leistung (184 PS) nur noch gut sechs Liter verbrauchen soll, was für ein Auto dieser größe und Gewichtsklasse wenig ist.

Schon nach den ersten Kilometern wird klar, dass der Kombi mit dem Einstiegsmotor kein bisschen untermotorisiert ist. Beim Überholen lässt der E200 keinerlei Wünsche offen. Die optionale Automatik (2 560 Euro) schaltet zwar merklich, bleibt dabei aber komfortabel. Wer mag, kann per Schlatpaddel selbst Hand anlegen, aber das passt eigentlich nicht zum Charakter der E-Klasse.

Auf langen Strecken glänzt der E200 denn auch. Die Luftfederung Airmatic (im Kombi ist sie an der Hinterachse immer serienmäßig, für vorne kostet sie 1 345 Euro Aufpreis) hebt einen sanft über Bodenwellen und Fugen im Asphalt, das Nachfedern bei stärkeren Verwerfungen ist moderat, selbst im Sport-Modus wird man nie von harten Stößen geplagt.

Die Assistenzsystemen, mit denen der Testwagen vollgeladen war (das Paket mit adaptivem Tempomaten, Lenkassisten oder Fußgängerschutz kostet 2 678 Euro), tun ihr Übriges, damit man auch langen Strecken entspannt aussteigt. Allerdings funktionieren sie nicht immer zuverlässig. So sollte man einen Blick auf das kleine Lenkrad im Zentraldisplay haben, damit man nicht verpasst, wenn es von grün (Spurhalteassistent aktiv) zu grau (nicht aktiv) wechselt. Und der Kollisionswarner kann Autos auch nicht immer zweifelsfrei von Mittelinseln unterscheiden. Er warnt gelegentlich vor Letzteren. Ledersitze mit Heizung, Belüftung, massagefunktion und Seitenwangen, die sich in Kurven automatisch an den Körper schmiegen (1 523 Euro), bieten indes störungsfreien Komfort.

Nun lässt sich angesichts derartiger Luxus-Extras die Frage nicht klären, wie viel E-Klasse der Mensch braucht. So viel, wie der gespickte Testwagen bietet, ist es definitiv nicht. Und sie treiben den Preis in Regionen nahe 70 000 Euro. Schon für den Basispreis von 45 131 euro kann man sich jedoch an den praktischen Qualitäten erfreuen. Allen voran: Platz. Herrscht auf der Rückbank noch Klassenstandard, markiert das T-Modell beim Laderaum mit 695 bis 1 950 Litern nach wie vor mit Abstand den Bestwert.

Jetzt gibt es die E-Klasse wie vor ihr schon die C-Klasse mit mittig im Kühlergrill angeordnetem Stern. Das sieht jugendlicher aus als der Klassiker mit dem aufgesetzten Emblemdas gern abgebrochen wird. Das de Fahrer sich im Inneren den geschundenen rücken massieren lässt, muss ja keiner wissen.

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