Mikroautos – die individuelle Mobilität ändert sich.

Geschichte der Mikro-Autos:

Die Hochphase der Mikro-Mobilität, die damals natürlich noch nicht so hieß, waren die 1950er-Jahre in denen die Lücke zwischen Auto und Motorrad mit Modellen wie dem Messerschmidt Kabinenroller, der BMW Isetta oder der dreirädrigen Simpson Duo geschlossen wurde. All diesen Fahrzeugen gemeinsam war, dass ihre Motoren und Antriebskonzepte aus dem Motorradbau stammten. Noch bevor die Ölkrisen der 1970er-Jahre erste Zweifel an immer größeren Autos schürten, waren die Kabinenroller schon Geschichte.

Der BMW C1

Ausgerechnet eine Berlinerin war es, die die Idee einer Melange aus Auto und Motorrad zur jahrtausendwende aufgegriffen hat. Der überdachte Motoroller BMW C1 wurde in Spandau gebaut. Man durfte ihn ohne Helm fahren, musste aber einen Gurt anlegen. Unter anderem aufgrund eines hohen Basispreises von 12 000 Euro blieb die bis 2003 gebaute c1 aber ein Ladenhüter. Momentan sieht es allerdings so aus, als on BMW das Karosseriekonzept wiederbeleben wird – nun natürlich mit einem Elektromotor.

Renault Twizy als Pionier

Mit dem Twingo mitten im morgendlichen Berufsverkehr ? Im VW Up zur einsamen Joggingrunde in die Müggelberge ? Selbst Kleinstwagen sind angesichts verstopfter Innenstädte und steigender Kraftstoffpreise für die individuelle Mobilität eigentlich immer noch überdimensioniert. Die Autoindustrie setzt daher verstärkt auf Mikroautos. Bus 2020 wird es einer neuen Studie zufolge weltweit rund 150 Modelle geben – viele davon mit Elektroantrieb, manche mit weniger als vier Rädern.

Die Zukunft muss warten

Als ersten Vorboten dieser Entwicklung sehen die Unternehmensberater von Frost & Sullivan Fahrzeuge wie den Renault Twizy. Das spartanische Elektro-Mobil ist eine Mischung aus Kleinwagen und zweisitzigem Roller, verzichtet auf richtige Türen und so ziemlich alle Komfort-Extras, fährt aber lokal emissionsfrei und ist mit 6.990 Euro zudem deutlich günstiger als jedes andere Elektroauto. Günstiger als ein konventionell angetriebener Kleinstwagen ist er zudem. In eine ähnliche kerbe schlagen Opel mit dem bisher nur als Studie vorgestellten Rak e, VW mit dem Nils oder Audi mit dem urban Concept.

Wo die genannten Modelle mit dem herkömmlichen Pkw aber zumindest noch die Vierrädrigkeit teilen, entfernen sich andere Mikroautos noch konsequenter vom Limousinen-Vorbild. Etwa die Studie EN-V von General Motors, eine Art Segway mit Dach. Oder der Nissan Pivo, der mit seinem frei in Fahrtrichtung drehbaren, blasenförmigen Passagierabteil zum Rangierwunder wird. Beide Modelle sind aber noch Zukunftsmusik. Ideen zum Bestaunen – und noch nicht zum Bezahlen.

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