Neues Mazda 6 für Europa

Die Entwickler des neuen Mazda 6 haben sich Mühe gegeben. Es galt, den europäischen Geschmack zu treffen. Oder den amerikanischen und chinesischen. Das kommt auf die Sichtweise an. Fakt ist jedenfalls: Der Kombi des Mazda 6 ist um sieben Zentimeter kürzer als die Limousine, die sich gut in den USA oder in China verkaufen soll. In Europa mag man es einen Tick kleiner.

Wobei klein relativ ist, 4,80 m misst der Mittelklasse-Kombi. Das sind gut 4 cm mehr als beim aktuellen Mazda 6 und drei mehr als beim VW Passat. 522 Liter Kofferraumvolumen sind dennoch kein Rekordwert, was den Designern geschuldet ist – die Kehrseite der hübschen Kehrseite sozusagen.

Es herrscht trotzdem kein Platzmangel, weder im Ladeabteil noch auf den Rücksitzen. Deren Rückenlehnen leben lassen sich vom Kofferraum aus entriegeln und für bis zu 1 664 Liter Stauraum umlegen. Clever ist auch die Laderaumabdeckung, die mit der Heckklappe nach oben schwingt. Sie lässt sich für größere Transportaufgaben unter dem Kofferraumboden verstauen.

Sollen schwere Güter über längere Strecken befördert werden, empfiehlt sich der 2,2 l Diesel mit 150 PS, der dank diverser effizienzsteigernder Maßnahmen (bei Mazda heißt das Skyaktiv-Technologie) auf einen Normverbrauch von 4,4 Litern kommen soll. Ein prima Wert, den die meisten Fahrer in der Praxis, um einen guten Liter überbieten werden, was aber immer noch recht akzeptabel ist. Der Selbstzünder ist gut gedämmt und laufruhig, so dass man damit ganz entspannt Kilometer fressen kann.

Das Ambiente ist um Klassen schicker, als man das von Mazda gewohnt ist. Eine glänzend lackierte Zierleiste betont die Horizontale, darüber eingebettet in weich unterschäumten Kunststoff, liegt optional das gut zu bedienende Navi von TomTom (500 Euro).

Darunter befinden sich die drei sanft klickenden Drehschalter von Klimaanlage und Lüftung. Ab der mittleren Ausstattungslinie Center – Linie ist im Mazda 6 zudem ein Dreh – Druck – Schalter serienmäßig, mit dem sich fast alle Funktionen steuern lassen.

Das Fahrwerk des neuen 6-ers ist angenehm komfortabel abgestimmt und bewältigt Kanten und Schlaglöcher recht kontrolliert. Die Balance ist neutral, so dass sich kurvige Bergstraßen durchaus mit einem gewissen Enthusiasmus nehmen lassen. Erst spät kündigt sich Untersteuern durch wimmernde Vorderräder an.

Zudem hat Mazda bei der Sicherheitsausstattung zugelegt, so gibt es einen Notbremse-Assistenten der bis 30 km/h Unfälle komplett vermeiden kann. Toter-Winkel-Warner und Fahrspurassistent sind ebenfalls im Angebot.

Ein adaptiver Tempomat, werde den Abstand zum Vordermann hält, flott reagiert, wenn man aus dem Windschatten steuert und bei drohenden Auffahrunfällen selbstständig abbremst, ist leider nur mit den beiden größten Motoren erhältlich und nur in Verbindung mit der Sechsgang-Automatik.

Ohne derlei Extras steht der Kombi mit dem 150 PS_Diesel für mindestens 28.490 Euro in der Preisliste, wobei die meisten Kunden wohl 2.000 Euro mehr für die Center-Line-Ausstattung anlegen werden. Dann sind Bluetooth, der City – Notbremse-Assistent, Klimaautomatik, Licht und Regensensor sowie der Dreh – Druck-Schalter inklusive. Genau das Richtige für den europäischen Geschmack also.

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