Range Rover Sport – für anspruchsvolles Gelände und kurvige Landstraßen

Und plötzlich sieht man nur noch den Boden vor sich. Gefühlt hängen die gut zwei Tonnen des Range Rover Sport senkrecht am Hang. letzt heißtes vorsichtig von der Bremse gehen. Die Reifen rollen ganz langsam an, der Boden kommt ein Wenig näher. So kriecht man auf der losen Erde Stück für Stück dem Boden entgegen, auf eine Neunzig-Grad-Biegung zu, vorbei an dicht stehenden Bäumen links und rechts, über Wurzeln und Steinbrocken. Der Range Rover meistert das recht spektakulär. Ebenso wie steile Rampen bergauf, matschige Spurrillen oder Wasserdurchfahrten.

Dort messen Sensoren in den Außenspiegeln dann die Tiefe der Furt. Auf dem Display im Armaturenbrett lasst sıch verfolgen, wie viel Spielraum noch bıs zur maximalen Wattiefe von 85 Zentimetern bleıbt. Auf dem Kurs im Land Rover Experience Center Eastnor in Wales waren es noch etwa 15 Zentimeter. Mit den Füßen steckt man da gefühls- mäßig schon im Fluss.

Doch: Der Range RoverSport zielt nicht auf die Offroad-Kundschaft. Land Rover verspricht „die beste Straßen-Dynamik“, die je ein Range bot. Er versteht sich, wie der Name schon sagt, als Sportler unter den SUVs. Er ist also ein Widerspruch in sich. Denn Kompetenz im Gelände und Agilität auf der Straße stehen einander nun mal entgegen.

Breite als Herausforderung

Doch die Offroad-Kompetenz ist wichtig. Der Ruf von Marke und Modellen gründet sich darauf. Und im stetig wachsenden SUV – Markt ist es ein Distinktionsmerkmal, keinenSoftroader“ zu fahren, sondern ein Auto, das abseits des Asphalts mehr kann als der Fahrer. Oder zumindest könnte. Der Range Rover kann Sport. Böschungswinkel von 31 Grad vorne und hinten sowie eine maximale Bodenfreiheit von fast 30 Zentimetern bringen einen die meisten Anstiege hoch und runter.

Dabei tut das Terrain-Resrponse-System unauffällig seine Arbeit, leitet immer so viel Kraft an die Räder, wie sie brauchen, oder bremst sie ab, wo nötig. In Extremfällen lassen sich noch Programme für die verschiedenen Untergründe anwählen. Die Landstraßen von Wales winden sich in stetem Auf und Ab durch die grüne Landschaft. Der Belag ist oft holprig, die Straßen sind schmal, meist gesäumt von dicht stehenden Hecken. Linksverkehr ist für Kontinentaleuropäer mit dem Range Rover Sport sein Gewicht nicht an- merken (laut Land Rover wiegt er bei 2,1 Tonnen 420 Kilo weniger als der Vorgänger). Aber er lässt sich trotzdem agil um die Ecken treiben. Die Balance bleibt lange neutral, die Lenkung ist zwar nicht sehr gefühlvoll, aber präzise. Ausreichend Kraft hat der Dreiliter-V6-Diesel mit 600 Newtonmetern Drehmoment und 292 PS auch. 69 500 Euro kostet der Sport so, adaptives Fahrwerk, Lederpolster oder Navi sind inklusive. Die etwas schlechter ausgestattete 258-PS-Variante ist ab 59 600 Burozu haben.

So richtig sportlich wird es mit dem Fünfliter-Benziner. Der bei voller Beschleunigung wundervoll bollernde V8 bringt per Kompressor aufgeladen 510 PS und 625 Nm an die Räder – und geht mächtigvoran. Für den Spurt auf Tempo 100 braucht er 5,3 Sekunden und er zieht ohne Verschnaufpause durch bis zur Höchstgeschwindigkeit, die bei 250 km/ h abgeregelt wird. Die im Topmodell serienmäßige HSE-Dynamic-Ausstattung (sonst 8 200 Euro) beinhaltet zudem ein Sperrdifferenzial an der Hinterachse und einen Modus, der das Fahrwerk strafft und in Kurven Wankbewegungen ausgleicht.

So wechselt der Range Rover Sport noch eine Spur leichtfüßiger die Richtung. Er kostet allerdings auch 88 300 Euro und verbraucht 12,8 Liter Super. Der kleine Diesel begnügt sich im Mix mit 7,3 Litern, was auf Waliser Landstraßen erreichbar war. Wer seltener das Schaltprogramm S der gut arbeitenden Achtgangautomatik bemüht und im Drehzahlkeller dahinbummelt, kann noch sparsamer fahren. Und so wird er viel eingesetzt werden, der Range Rover Sport. Da kommen dann das niedrige Geräuschniveau, die komfortable Federung oder das geschmackvolle, solide verarbeitete und mit edlen Materialien bestückte Interieur zum Tragen. Viel Platz für Gepäck gibt es außerdem (784 bis 1 761 Liter) und optional eine dritte Sitzreihe (1 700 Euro), auf der zwei Kinder unterkommen.

Mehr Sicherheit kommt noch

Erst Anfang 2014 kommen Assistenzsystemewie Verkehrszeichenerkennung, Stauassistent, Head-up-Display oder Spurhalte-Assistent. Toter-Winkel-Warner (520 Euro), adaptiver Tempomat (2 000 Euro) oder Parkassistent (680 Euro) gehören immerhin jetzt schon zum Angebot. Ebenfalls 2014 folgt ein 4,4-Liter-V8-Diesel (339 PS, 700 Nm) und das Wird dann richtig interessant – ein Diesel-Hybrid.

Gut doppelt so viele Range Rover Sport wie Range Rover dürfte Land Rover in einem vollen Jahr verkaufen. Das ergäbe dann zwischen 2 000 und 2 500 Autos in Deutschland. Für Land Rover, die im ersten Halbjahr 2013 knapp 7000 Autos verkauft haben, was ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr 3 bedeutet, istder Sport nach dem Evoque als das wichtigste Modell. Dabei steht er nicht nur als Fahrzeugkonzept für widerstreitend Interessen. Er verkörpert auch einen aktuellen gesellschaftlichen Widerspruch: Der Trend zum SUV ist nämlich ungebrochen. Der zur Verminderung des CO2-Ausstoßes allerdings auch.

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