Renault Captur – das kleine SUV

Kompakte Geländewagen sind derzeit ziemlich beliebt, so hat z.B. Opels kleine SUV – Opel Mokka momentan lange Lieferfristen. Bei Peugeot 2008 und Nissan Juke sieht es ähnlich aus. Fakt bei diesen Klein-SUVs ist aber, auch wenn diese Fahrzeugmodelle so aussehen möchten, kann man von ihnen keinen Geländewagen erwarten. Bei Renault Captur ist Allradantrieb nicht mal gegen Aufpreis vorgesehen.

80 Prozent der Käufer diesem Segment wollen auch gar keinen Vierradantrieb, da sie ohnehin nie abseits fester Straßen fahren. Die wahren Gründe sind wohl eher die hohen Kosten – bei der gesamten Einwicklung des Stammvaters Clio war ausschließlich Frontantrieb vorgesehen.

Außen auffallend urig, innen das recht großzügige Raumgefühl eines Familienmobils. Es gibt viele Ablagen, wie zum Beispiel die elf Liter fassende Schublade mit LED -Beleuchtung anstelle eines, traditionellen Handschuhfachs. Zudem ist die Rückbank um 16 Zentimeter verschiebbar. In der hintersten Stellung offeriert sie den Fondinsassen eine geradezu luftige Bein- und Kniefreiheit. Eine gute Idee ist auch der wandlungsfähige Kofferraumboden, der auf einer Seite mit abwaschbarern Kunststoff bezogen ist, um zum Beispiel das vermatschte Mountain-Bike transportieren zu können. Mit bis zu 1235 Litern fahrt das Gepäckabteil des Captur im Klassendurchschnitt. Allerdings ist die Ladekante deutlıch zu hoch geraten.

Garniert wird das alles mit einer Auswahl an bunten Farben für die waschbaren Sitzbezüge; die Umrandungen von Mittelkonsole oder Luftöffnungen oder das Dach und die Räder. Für einen Hauch von Luxus zwischen dem reichlich vorhandenen Hartplastik sorgen Dekorteile in Klavierlack – und Chromoptik. Das meiste kostet jedoch Aufpreis oder ist teureren Ausstattungen vorbehalten. Für den fröhlichen Familienausflug empfiehlt sich der Renault dennoch als gut gelaunter Begleiter.

Ambitionierteste Motorvariante: der neue 1,2-Liter-Benzindirekteinspritzer, der dank Turbo auf 120 PS kommt, serienmäßig per Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe geschaltetwird und beachtliche Daten liefert. Das muntere Herz hat mit dem 1 255 Kilogramm schweren Franzosen keine Mühe, erfordert aber mit 19 390 Euro einen tiefen Griff in die Familienkasse. Die meisten Kunden werden sich deshalb wohl für den kleineren Benziner entscheiden. Der begnügt sich mit 0,9 Litem Hubraum sowie 90 PS und will sportiven Ansprüchen gar nicht erst gerecht werden. Flottes Wieseln um enge Kurven ist nicht die Stärke des etwas trägen Dreizylinders, für artgerechtes Fortkommen reicht es allemal.

Zudem ist der Captur leicht zu bedienen, ermöglicht unaufgeregtes Touren und gibt in den Kapiteln Lenkung und Bremsen keinen Anlass zur Kritik. Der Normverbrauch von fünf Litern ist trotz Start-Stopp-System in der Praxis wegen des häufigen Herunterschaltens und dem damitgeforderten Turbo kaum erreichbar. So gerüstet startet Captur-Fahren zwar schon ab 15 290 Euro, bedeutet aber beispielsweise denVerzicht auf Klimaanlage und Radio. Gegen Aufpreis locken Extras wie Touchscreen-Navi oder dynamisches Kurvenlicht. Auf moderne Assistenzsysteme müssen künftige Capturisten jedoch völlig verzichten.

In Summe ist der Clio-Ableger dennoch geeignet, neue Kunden zu den Händlern zu locken. Auch den bisherigen Fahrem des verblichenen Mini-Vans Modus wird der Captur zur neuen Heimat. Allerdings zu einer deutlich auffallifleren.

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