Eine spekulative Art der Hausfinanzierung

Seit mehreren Jahren gibt es bei vielen Banken eine eher spekulative Art der Baufinanzierung, nämlich, man spekuliert einerseits langfristig mit Aktienfonds und andererseits finanziert man so den Hausbau.

Diese Variante der Finanzierung ist vor allem für Kunden geeignet, die auf solche lukrative Anlageform wie Aktienfonds auf keinen Fall verzichten möchten. Dieses Bankprodukt nennt man Fondshypothek.

Das Prinzip ist sehr einfach und vor allem für Banken sehr profitabel. Der Kunde zahlt nur die Zinsen für sein Darlehen, die Tilgung aber fließt in einen Fonds ein, aus dem man eigentlich das Darlehen am Ende der Laufzeitbindung zurückzahlt. Für die Kreditinstitute ist es deswegen ein so enorm lohnendes Geschäft, da erstens die Fondsgebühren (z.B. Ausgabeaufschlag, Verwaltungsprovision) kassiert werden und zweitens der Kunde insgesamt mehr Zinsen zahlt, weil die Kreditsumme sich ja nicht verringert.Bei einer klassischen Baufinanzierung dagegen, reduziert sich die  Zinsbelastung durch die monatliche Tilgung des Darlehens.

Für den Kunden gibt es nur einen Vorteil bei Fondshypothek. Denn wenn der Häuslebauer in Zeiten niedriger Aktienkurse, wie Anfang 2009 als der Dax-Index bei ca. 3.500 Punkten lag, die Fondshypothek abschließt, profitiert er ganz stark. So erzielen die Finanzen einen wunderbares Profit beim Steigen der Aktien/Fondskurse und macht dadurch die ausgesetzte Tilgung ganz einfach wett.

Diese Art von Spekulation auf Kredit, kann aber schnell schief gehen, da die Risiken hoch sind. Beim Setzen auf den falschen Fonds zur falschen Zeit, entsteht unter Umständen am Ende der Laufzeit eine riesige Finanzierungslücke. Kann der Kunde das Darlehen nicht mehr zurückbezahlen, ist die Bank berechtigt das Darlehen zu kündigen. Eine Reihe von Problemen kommen auf einen zu und können dazu führen, dass die Bank das Haus schließlich verkauft.