Chromebook Pixel – neues Notebook von Google, für wen eignet sich eigentlich das Gerät ?

Google präsentierte ein teures und fortgeschrittenes Notebook, mit dem man nicht mal Skype nutzen könnte, was will Google erreichen ?

Noch letzten Herbst schien es mir, dass das Web-orientierte Betriebssystem Chrome OS endgültig eigene Nische gefunden hat: als Chrome OS basierte Notebooks gerade mal $199 kosteten und die Tatsache, dass man kein Photoshop installieren kann, war ja der natürliche Preis für solche Einsparung. Jetzt zeigt Google ein Gegenbild zum alten Chromebook, und zwar ein Notebook für $1299, und beansprucht damit zu den besten auf dem Markt zu gehören, ohne allerdings ausreichend Speicherplatz auf dem Gerät zu bieten. In der Tat ist dort nur ein einziges Programm installiert – Chrome OS, dieses erlaubt es nicht einmal klassische Programme zu installieren, der User ist auf Online-Dienste angewiesen. Wer bei klarem Verstand, würde denn so viel Geld für einen Laptop ausgeben?

Das Besondere an Chromebook Pixel

Eine herausragend hohe Bildschirmauflösung, 13 – Zoll Bildschirm mit einer Auflösung von 2560×1700. Was die Displayauflösung angeht, so ist dieses Gerät dabei führend auf dem Markt der Notebooks, nur der 15-Zoll MacBook Pro mit einem Retina – Display (2880×1800) ist noch besser. Und was die Display-Dichte angeht, so hat das Gerät überhaupt gar keine Konkurrenz momentan. Ein weiterer Unterschied zu MacBook ist der Touchscreen. Hier merkt man, dass man bei Google nun anders denkt. Früher versuchten die Ingenieure ein sehr günstiges Gerät herzustellen, jetzt achtet man nicht auf den Preis, sondern versucht vor allem das beste Display zu entwickeln, und übertrifft dabei sogar die Perfektionisten von Apple.

Weitere Besonderheiten:

 

  • LTE-Version des Geräts, für $1449 (Web-Notebook benötigt eine schnelle Verbindung auch dort, wo es kein Wi-Fi gibt).
  • Ein ungewöhnliches Bildseitenverhältnis 3:2 (Web-Inhalte ist vertikal, so dass die Widescreen-Displays eher unbequem sind).
  • Die Möglichkeit 3 Jahre lang ganz kostenfrei 1 Terabyte Online-Speicherplatz bei Google-Drive zu nutzen.

 

Das alles ist beeindruckend – jedoch stellt sich hier eine ganz logische Frage. Weshalb wird dieses Super-Bildschirm nicht bei einem Gerät eingesetzt, bei dem z.B. Designer an ihren hochkomplizierten Proejekten arbeiten können. Momentan eignet sich das Gerät ja für User, die hauptsächlich Facebook nutzen, wo ja nur der Browser benötigt wird !

Und warum gibt es mit Chrome OS-Betriebssystem einige der billigsten Laptops und nun mit Chromebook Pixel einer der teuersten, aber nichts im mittleren Preissegment ? Braucht Google das Gerät evtl. nur aus Marketinggründen, um das Vorurteil “Android und Chrome OS für Arme“ zu zerstören ?

Die Antwort aus meine Sicht:

Googles Politik und Taktik ist einfach nur pragmatisch: Es gibt ja bekanntlich 2 Gruppen der Notebook User, den einen reicht nur der Browser und sie wollen keine weiteren Anwendungen und Programme haben. Diese User haben ziemlich bescheidene Ansprüche, sie checken nur Mails und schauen Youtube-Videos. Speziell für diese Gruppe entwickelte Google die günstigere Variante des Chromebooks.

Die zweite Gruppe – sind die User, die die Technik maximal ausnutzen möchten und das auf die modernste Art und Weise. Sie haben schon alle Möglichkeiten der Internet-Dienste ausprobiert und verzichten gerne für diese auf klassische Programme und Anwendungen bei einem Laptop. Diese User hören Musik über Streaming – Dienste, wie z.B. Spotify. Schreiben Texte auf Google Docs, anstatt Word zu benutzen. Bewahren die Fotos nicht auf Festplatten auf (man könnte ja diese leicht verlieren, z.B. schon beim runterfallen lassen des Laptops), sondern auf einem zuverlässigen Google-Server. Genau für diese Gruppe der User eignet sich der Chromebook Pixel am besten. Frage ist nur, wie groß ist diese Gruppe.

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