Leser greifen weniger zu E-Readern – Hersteller reagieren mit neuen Produkten

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Der offensichtlichste Unterschied zwischen einem Computer und einem E-Reader besteht im Bildschirm. Er basiert auf der Technologie des elektronischen Papiers, das mittels negativ geladener schwarzer und positiv geladener weißer Partikel sowie eines elektrischen Impulses Buchstaben und Grafiken generieren kann. Das E-Papier stellt also nur die Teilchen auf seiner matten Oberfläche dar. Dadurch reflektiert es auch nur wie normales Papier. Spiegelungen wie auf LCD-Displays, die das Lesen in hellen Umgebungen zuweilen unmöglich machen, gibt es auf den Readern nicht.

Außerdem holen sich die handlichen Geräte nur zum Blättern, also zur Generierung einer neuen Seite, Strom von der Batterie. Eine Akku-Ladung hält bei Readern mit elektronischem Papier deswegen sehr lange – je nach Nutzung können es mehrere Monate sein. Die Geräte der verschiedenen Hersteller wiegen zwischen 150 und 250 Gramm und sind damit leicht genug, um
um sie längere Zeit ohne Ermüdungserscheinungen halten zu können. Üblicherweise findet sich in ihnen ein zwei oder vier GB großer Speicher, auf den etwa 1.400 beziehungsweise knapp 3.000 Titel passen.

Doch damit nicht genug: Durch Mikro-SD-Karten oder durch Ablage in der Hersteller-Cloud lässt sich der Speicher fast unbegrenzt vergrößern. Auf die Cloud hat man je nach Modell entweder über den Desktop oder bei einem WLAN – fähigen Gerät – direkt über den Reader Zugriff. Der harte Konkurrenzkampf unter den Herstellern hat dazu geführt, dass die Preise für die Hardware zuletzt gesunken sind. Günstige Geräte kosten keine 50,- € mehr. Sie verfügen zwar nicht über einen Touchscreen, haben aber zum Teil bereits WLAN an Bord. Zu ihnen zählt etwa der Kindle, den Amazon seit Kurzem für 49 Euro anbietet.

Als Einsteigergerät oder für Wenigleser ist er durch Ausstattung, fixen Seitenaufbau und kontrastreicher Anzeige bestens geeignet. Echte E-Bü-cherwürmer sollten jedoch auf das höher auflösende Kindle Paperwhite zurückgreifen, das diverse Wertungslisten anführt. Es verfügt über eine Hintergrundbeleuchtung, die das Lesen im Dunkeln ermöglicht, einen Touchscreen und Sprachausgabe. Allerdings ist es bei Verkaufspreisen, von 129 Euro mitWLAN und 189 Euro mit WLAN- und 3G-Anbindung deutlich teurer. Außerdem unterstützen die Reader alle nur das Amazon-Format, sodass sich Verbraucher auf einen Shop beschränken müssen.

Das ist bei den Geräten anderer Hersteller nicht so. Die Stiftung Warentest empfiehlt etwa den Tolino Shine, den mehrere Unternehmen der Buchbranche zusammen für 99 Euro herausgeben. Er verfügt über einen Touchscreen, eine integrierte Beleuchtung und WLAN. Käufer erhalten zudem Zugang zum Hotspot-Netz der Deutschen Telekom.

Eine breite Produktpalette bietet der zum japanischen Rakuten-Konzern gehörende Hersteller Kobo. Das Einsteigermodell ist ein 5-Zöller für 40 Euro, außerdem gibt es Geräte mit Touchscreen als auch mit integrier Beleuchtung. Neu ist der Aura mit 6 Zoll großem Touchscreen. Für das 150 Euro teure Gerät spricht die gute Bildschirmauflösung. Zusätzlich bringt Kobo in diesem Monat mehrere Tablets heraus und macht so auch auf diesem Gebiet Amazon Konkurrenz. Sony spielte auf dem Reader-Markt lange ebenfalls eine wichtige Rolle. Der neue PRS-T3 bringt Testberichten zufolge jedoch keine große Verbesserungen mit, dazu fehlt die Bildschirmbeleuchtung. Die Japaner möchren dennoch einen Preis, der dem Kindle Paperwhite und Kobio Aura vergleichbar ist. Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass die unverbindliche Preisempfehlung sinken könnte.

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