Smartphones mit höherer Display Auflösung als beim iPhone, Durchbruch oder Schwindel ?

Wenn Apple ein Smartphone mit einer Auflösung entwickelt, dass eine höhere Auflösung mit bloßem Auge nicht wahrgenommen werden kann, warum brüsten sich dann andere Hersteller mit einer höheren Display – Auflösung ?

In letzter Zeit präsentieren eine Reihe von Smartphone – Hersteller : HTC, Sharp, LG, Lenovo, Oppo – neue Modelle mit einer Bildschirmauflösung von 1920×1080 Pixel (auch als 1080p und Full HD bekannt), die früher in 40-Zoll – Fernseher verwendet wurden. Im Vergleich zu früherem Standard von 1280×720 sind die Werte natürlich krass gestiegen.

Die Frage ist aber, müsste der Anwender eigentlich darauf Wert legen, wenn schon beim iPhone 4 die Displayauflösung (960×640 Pixel) als „höhere Auflösung bleibt für das menschliche Auge unerkannt“ positioniert wurde ? Haben diese neuen Smartphones einen praktischen Vorteil gegenüber Konkurrenz – oder sind es nur übliche Marketing Tricks der Hersteller ?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich ein wenig in die Theorie vertiefen. Selbstverständlich, je höher die Auflösung, desto besser: jeder einzelne Pixel wird kleiner, es fällt schwerer diesen zu erkennen und die Zusammensetzung dieser Punkte wirkt wirklich rund und nicht gezackt. Jedoch sagt die Auflösung über nichts aus, wenn man die Displaygröße außer Acht lässt. Angenommen, 240×320 Pixel, was relativ normal für MP3-Playern sind, wären ja grauenhaft bei einem Großbildschirm-Fernseher, wo jeder einzelne Pixel sich quasi vergrößern würde und die armen Anwender an die Epoche des Pointillismus erinnern würde :)

Pixeldichte:

Deswegen hat hier die Pixeldichte – dpi eine praktische Bedeutung, es zeigt nicht die Anzahl der Pixel insgesamt, sondern deren Anzahl auf 1 Zoll der Displaygröße. Demzufolge kann man nicht behaupten, dass das Display von iPhone 5 mit der Auflösung von 1136×640 weniger scharf ist als z.B. Samsung Galaxy S III mit einer 1280×720 Displayauflösung. Die Displaygröße ist beim iPhone kleiner, deswegen ist die Angabe von dpi hier viel entscheidender (326 beim iPhone gegen 306 Samsung Galaxy S III).

Allerdings ist auch die dpi – Angabe nicht alles. Eine wichtigere Rolle spielt die Entfernung der Augen des Betrachters zum Display: je weiter, desto schlechter kann man die einzelnen Pixel erkennen. Fernseher benötigen keine hohe dpi-Zahl, wie Smartphones: da man ja eine gewisse Distanz zum Fernseher beim Fernsehen hat. Dieser Faktor macht alle Aussagen ja subjektiv, wenn man über die optimale Auflösung diskutiert.

Retina – Display

Als Apple das Marketingkonzept „Retina display“ auf den Markt brachte, wurde das Display als ein dpi – Wert angepriesen, dass eine höhere Auflösung ja keinen Sinn mehr macht. Allerdings ist es auch kompliziert den optimalsten dpi – Wert auszurechnen, da es unmöglich ist die Standard-Entfernung der Augen zum Display zu bestimmen. Wenn man das iPhone in der Hand hält, ist es fast unmöglich die einzelnen Pixel mit bloßem Auge zu erkennen. Den Begriff „Retina“ setzt Apple aus Marketingsicht auch vielseitig ein: beim iPad der dritten Generation ist der dpi – Wert 264 (eindeutig weniger als beim iPhone, wo 326 dpi sind) und trotzdem benutzt Apple beim iPad den Begriff – Retina in allen Werbespots. Wahrscheinlich deswegen, da die Entfernung der Augen zum iPad ja weiter ist, als beim Smartphone bei aktiver Benutzung).

Was kann man über die neue Generation der Smartphones sagen, die weiter gegangen sind als Retina-Displays ? In USA ist das erste Modell, HTC Droid DNA, übrigens seit paar Monaten schon auf dem Markt (in Europa ist die Erscheinung noch relativ ungewiss) wurde von den Experten eindeutig positiv bewertet, Vorteil einer Auflösung von 1280×720 ist erkennbar. Vor allem für User, die kurz vorm Schlafengehen sich nachts noch ein Kino gönnen und das Gerät vor sich auf ein Kissen legen. Übrigens, die Standard-Auflösung für HD-Videos beträgt genau 1920×1080, deswegen werden die „Pixel in Pixel“ besser angezeigt. Der Text auf diesem Display ist ebenfalls schärfer – wobei man auch sagen muss, dass die neue Auflösung nicht so einen gewaltigen Durchbruch wie Retina gehabt hatte.

Wird die neue Auflösung zum Standard oder verzichten die meisten Smartphones auf diese ?
Aller Wahrscheinlichkeit nach, trotz der Tatsache, dass 1080p unentscheidend die Situation verbessert, wird es dazu kommen, dass fast alle Flagschiff – Modelle (außer iPhone) im Jahr 2013
damit ausgestattet werden. Und dies aus einem einfachen Grund – damit die Smartphone – User nicht zur Konkurrenz überlaufen, wenn sie die technischen Details der Smartphones vergleichen.

Fazit und Aussicht in die Zukunft:

Darüber hinaus ist es offensichtlich, dass momentan, die Auflösung bei Smartphones wirklich das Maximum erreicht hat und ein Modell mit noch höherer Auflösung macht nur Sinn, wenn das Gerät mit einer enorm starken Lupe ausgestattet wird. Wahrscheinlich wird das Rennen beendet, und die Hersteller gehen auf eine „Retinisierung“ der Laptops über. Denn da wartet noch eine Menge Arbeit auf die Hersteller: die überwiegende Mehrheit der 13-Zoll-Modelle sind jetzt mit einer Auflösung von 1366×768 Pixel ausgestattet, und wenn die Laptop Auflösung geringer ist als beim Smartphone, ist es irgendwie ja „würdelos“ für die Hersteller.

Eine weitere vielversprechende Richtung sind die TV-Geräte: bisher ist der Standard bei Modellen mit einem großen Bildschirm genau 1920×1080, doch jetzt entwickelt man das Vierfache, und zwar 3840×2160 (auch 4K und Ultra HD genannt). So werden wir jetzt immer wieder von einer „unglaubliche Auflösung“ hören, nur diesmal nicht auf Smartphones bezogen !

Bildquellen: Martin uit Utrecht / Flickr.com
yyl116 / Flickr.com

3 Replies to “Smartphones mit höherer Display Auflösung als beim iPhone, Durchbruch oder Schwindel ?”

  1. wenn man auf langsame Software Update steht, sind Samsung und der andere Koreaner gut dabei. Feature kopieren können die auch gut, aber nicht besser. Nein Danke

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