So basteln Sie sich Ihre Lieblings-App selbst

So basteln Sie sich Ihre Lieblings-App selbst

Es gibt Millionen von Handy-Apps. Doch wenn man eine bestimmte sucht, scheint man nie die richtige zu finden. Irgendwie ist man nie ganz zufrieden. Warum also nicht einfach eine eigene App entwickeln? Es ist leichter, als gedacht.

Der Handy-Markt wird von den drei großen Betriebssystemen bestimmt: Android, iOS und Windows. Sie alle bieten Tools für die App-Entwicklung, leisten Hilfestellung beim Einbringen in den App-Store und werden durch eine aktive Community unterstützt. Auch wenn alle Betriebssysteme mehr oder weniger auf dem gleichen Grundprinzip aufbauen, gibt es doch riesige Unterschiede.

Android: Für Geeks und blutige Anfänger

Android versteht sich einerseits als Geek-Betriebssystem, das Open Source-Fans und Hardcore-Programmierer anlocken soll. Doch auch Einsteiger finden hier ein Zuhause. Mit dem App Inventor wird man praktisch vom Download der Entwicklungsumgebung bis zum Release der App an die Hand genommen. Man arbeitet mit Bausteinen und kann sich so sein Programm zusammensetzen. Der App Inventor ist ursprünglich von Google bereitgestellt worden, das Unternehmen hat ihn dann aber 2009 aufgegeben. Das MIT nahm sich in der Folge seiner an und erschuf ein umfangreiches Tutorial. Ein großer Vorteil ist hierbei, dass man auf die Studenten der MIT als Community zurückgreifen kann und so die Hilfe der wohl besten Entwickler der Welt beanspruchen kann.

Grundsätzlich lebt Android von seiner Community. Es gibt unzählige Websites, auf denen sich Entwickler aller Fähigkeitsstufen miteinander austauschen können. Kein Problem ist komplex genug, um nicht gelöst werden zu können.

Für fortgeschrittene Android-Programmierer bietet sich die Benutzung einer eigenen Entwicklungsumgebung an. So lassen sich mit Netbeans oder Eclipse mit den richtigen Plugins einfach Apps entwickeln. Hierzu sind jedoch Kenntnisse in Java notwendig. Dafür hat man aber mehr Freiheiten als beim App Inventor. Die eigens erstellte, fertige App kann man sich dann einfach auf das Handy laden.

Will man einen Schritt weiter gehen und die eigene Kreation auch anderen Usern zur Verfügung stellen, wird ein Google-Play-Account benötigt. Für einmalig 25 Dollar kann man sich registrieren und seine App hochladen. Nach dem Review-Prozess steht sie im Android Market (Google Play) zur Verfügung. Hierbei steht dann nicht mehr die Funktionalität im Vordergrund sondern sind hier Marketing-Kenntnisse gefragt. Die richtige Beschreibung der Funktionen ist ebenso wichtig, wie ansprechende Bilder.

Wer eine eigene App baut, durchgeht einen kompletten Planungs- und Produktionsprozess bis hin zum Marketing und eventuell auch Verkauf. Eine Vision und die Strategie bilden dabei natürlich den Grundbaustein. Ist die Entwicklungsphase dann erst mal überstanden, gilt es sein Marketing-Können auszupacken. Die Bewerbung des Produkts ist nämlich fast wichtiger als das Entwickeln selbst, denn ohne den richtigen Verkaufstext wird man nicht gefunden und geht in der Masse der Apps unter“, so App-Experte Marco Rohrbei net-m mobile payment.

iPhone: Die breite Masse erreichen

Das iPhone ist immer noch das klassische Handy für Apps. Während Android-User eher dazu tendieren, im Internet zu surfen, hält der durchschnittliche iPhone-Benutzer am App-Konzept fest. Deshalb stellt Apple für Programmierer ebenfalls eine Entwicklungsumgebung zur Verfügung. Mit dem Xcode bekommt man zudem einen User Interface-Builder hinzu. Der Compiler ist ausgelegt für C, C++ und Objective-C. Auch beim Framework Cocoa Touch kommt Objective-C zum Einsatz. Man sollte sich also mit dieser Sprache gut auskennen.

Um seine App im App Store zu platzieren ist ein Entwickler-Account notwendig. Dieser schlägt für Privatpersonen jährlich mit 99 Dollar zu Buche, Unternehmen müssen 299 Dollar pro Benutzer zahlen. Apple behält sich, ebenso wie Google für Android, eine Prüfung der App vor. Hierbei ist man aber deutlich strenger. Nicht selten werden Apps abgelehnt. Man sollte also in seiner iOS-App auf anstößige Inhalte verzichten.

Windows 8: Zurück in die Zukunft

Kann Microsoft endlich auf dem Smartphone-Markt Fuß fassen? Windows 8 wurde in jedem Fall als neuer Superstar unter den Betriebssystemen angekündigt und erscheint im Verbund mit dem Lumia 920 von Nokia. Microsoft, oft als verschlossen gegenüber der Community verschrien, öffnet sich nun den Entwicklern deutlich. Mit dem Visual Studio 2012 bekommt man die ideale Entwicklungsumgebung in die Hand und erhält zudem professionellen Support. Man kann nun auswählen, ob man eher mit HTML5 oder dem Windows-eigenen XAML an die Arbeit geht. In beiden Fällen sind gute Programmierkenntnisse dringend notwendig.

Auch hier wird ein Account benötigt, um seine App kommerziell vermarkten zu können. Privatpersonen zahlen einmalig 49 Dollar, Unternehmen 99 Dollar. Dafür gibt es einen Revenue Share von 70%, bei Einnahmen von über 25.000 Dollar steigt dieser auf 80%.

Es ist eine zeitintensive Aufgabe, sich seine eigene App zu programmieren. Man muss sich in die Programmiersprache einarbeiten und das Framework kennenlernen. Doch am Ende bekommt man sein Wunschprodukt – und vielleicht gleich sein eigenes Start-Up. Nicht wenige haben es von einer kleinen App aus in die Selbstständigkeit geschafft. Man muss nur die richtige Lösung auf ein Problem finden, dass noch keiner kennt.

 

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